Hochsensibilität

... macht sich bemerkbar durch ein intensives Gefühlsleben, 'feine Antennen' für die Empfindungen anderer, einem starken Gerechtigkeitssinn, der Suche nach dem Sinn (im Leben und bei der Arbeit) und einer großen Kreativität. Vielen fällt es leicht, komplexe Zusammenhänge blitzschnell zu erfassen, obwohl sie ihre Veranlagung meist als etwas ganz Natürliches ansehen. Da die meisten Hochsensiblen eher introvertiert veranlagt sind (ein kleiner Prozentsatz ist auch extravertiert), hängen sie im Berufsleben ihre Erfolge nicht an die große Glocke. Das hat oftmals zur Folge, dass sie zugunsten anderer zurückstecken und bei Beförderungen oder Belobigungen übergangen werden.

 

Eine große Sensibilität besteht im Hinblick auf optische, akustische und olfaktorische (Geruch) Reize. Viele haben Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen, da sie praktisch seismographisch auf Geräusche reagieren und dadurch nicht einschlafen können bzw. leicht wieder aufwachen. Dann fehlt die so wichtige Erholung durch den Schlaf, was leicht zu einer gewissen Reizbarkeit führt.

 

Da Hochsensible alles sehr viel ungefilterter aufnehmen als andere, benötigen sie viel Zeit, um alles zu verarbeiten. Dabei wird ein Thema gedanklich immer wieder 'seziert', bis es zu einer zufriedenstellenden Lösung kommt. Aufgaben werden grundsätzlich äußerst gewissenhaft ausgeführt, und die meisten neigen zum Perfektionismus.

 

Im Berufsleben arbeiten viele Hochsensible lieber allein als im Team, da eine ungestörte Arbeitsatmosphäre wichtige Voraussetzung für die stressfreie Erledigung der Aufgaben darstellt. In einem Großraumbüro oder in großen Werkhallen fühlen sich Hochsensible schnell erschöpft, da die Geräuschkulisse zu Konzentrations-schwierigkeiten führt und sie sich am Abend ausgelaugt fühlen. Streit und Konflikte werden gerne umgangen zugunsten eines harmonischen Miteinanders, was nicht immer zielführend ist. Ihre ausgeprägte Intuition nimmt Disharmonien jedoch so frühzeitig wahr, dass oftmals noch gegengesteuert werden kann.

 

Für viele Hochsensible stellt das Berufsleben eine besondere Herausforderung dar. Ich begleite Sie gerne dabei, den für Sie richtigen Platz zu finden oder Konflikte zu lösen. Denn auch das Beziehungsleben ist oftmals nicht ganz einfach.

 

Ihre eigenen, intensiven Empfinden und Wahrnehmungen decken sich nicht immer mit denen des Partners/der Partnerin, besonders, wenn diese/r nicht hochsensibel ist. Da sie jedoch die Wünsche des anderen mühelos erspüren und es anderen gerne recht machen wollen, fällt es Hochsensiblen manchmal schwer, über ihre eigenen Bedürfnisse zu reden. Vor allem, wenn einem die eigene Hochsensibilität noch nicht bewusst ist, zweifeln viele an sich selbst. Da sich Hochsensible sowieso von frühester Kindheit an als sehr verschieden zu anderen wahrnehmen, geschieht es manchmal, dass sie sich zurückziehen und zum Einzelgänger werden.

 

 

Die amerikanische Psychologin Elaine Aron hat in den 1990er Jahren während ihrer Arbeit mit Studenten festge-stellt, dass es einen bestimmten Prozentsatz (ca. 15 %) Menschen gibt - beider Geschlechter und aller Natio-nalitäten -, die intensiver und sehr viel schneller auf Reize reagieren als der Rest der Testgruppe. Aron, selbst hochsensibel, hat über einen längeren Zeitraum dieses Phänomen erforscht und ist zu dem Schluss gekommen, dass Hochsensibilität vererbt wird; meist ist Mutter oder Vater ebenfalls hochsensibel. Die weitere Erforschung hat ergeben, dass selbst im Tierreich Hochsensibilität zum etwa gleichen Prozentsatz existiert. D.h., dass sich ein gewisser Anteil Fische eines Schwarms beispielsweise mit größerer Vorsicht einer Futterstelle nähert als der Rest des Schwarms. Es wird also erst ausgiebig geprüft, ob das Futter gefahrlos genommen werden kann.

 

"Es ist niemals falsch, sich auf die Suche nach dem zu machen, was die Seele braucht. Niemals."

(Clarissa Pinkola Estés)

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